Test Selten kommt man unbekannten Menschen so direkt so nah und so ungefiltert mit ihnen nah zusammen wie bei kleinen Krisen. Wie zum Beispiel gerade jetzt eben, am Brenner. Am Brenner! Vielleicht lag es an den hundsgemeinen Gedanken, die ich einige Minuten vorher an diesen Ort herausmachte. Denn ich durchquere ihn nun schon bestimmt das achte Mal innerhalb von 4 Jahren und jedesmal liebe ich die Kilometer, saftige steile Wiesen, pompöse Villen, hochmoderne Tiny Houses und satte Wälder. Kleine Kapellen zwischen grünen Tannen und verschneiten Bergspitzen. Und dann kommt der Brenner. Und es ist einfach nur bedrückend, dunkel, anscheinend immer bewölkt und circa 7 Grad kälter als überall sonst. Wie können die Menschen hier leben? Auf dem Hinweg hatte ich hier sogar kurzen Aufenthalt, lief über die Straße, weiter als 50m schaffte ich es wegen meines ganzen Gepäcks jedoch nicht und hätte mich auch nicht getraut. Denn es ist der Brenner. Diese Art Gedanke, dachte ich jedenfalls als der Zug still wurde. Die Klimaanlage, die man hier nicht braucht, aber Belüftung eben schon- schaltete sich aus, der Strom aus den Steckdosen- zero.
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